Die Geschichte dieser regionalen Schienenverbindung begann offiziell im Jahr 1908 mit der Inbetriebnahme der sogenannten Schönfelder Hochlandbahn. Bis zu ihrer Stilllegung im Jahr 1951 prägte die Nebenbahn den Verkehr und die Entwicklung der Region entscheidend.
Erste Pläne und topografische Hürden
Der Wunsch nach einer Schienenanbindung des Schönfelder Hochlands kam bereits Ende des 19. Jahrhunderts auf, da sich die umliegenden Dörfer bessere Transportwege wünschten. Um das Projekt voranzutreiben, gründete sich 1880 ein Initiativkomitee für den Bau einer Strecke von Dresden nach Dürrröhrsdorf. Um die starken Steigungen aus dem Elbtal technisch zu bewältigen, schlug man 1893 zunächst den Bau einer schmalspurigen Meterspurbahn vor. Dies zeigt, wie intensiv nach Lösungen gesucht wurde, um die topografischen Herausforderungen des Geländes zu meistern. [1]
Kurze Blütezeit und Demontage
Obwohl die Strecke wegen des prognostizierten Verkehrsaufkommens als Schmalspurbahn konzipiert war, ging sie 1908 schließlich als regelspurige Nebenbahn in Betrieb. Ihre Route führte von Dürrröhrsdorf – einem damals wichtigen Eisenbahnknoten nördlich von Pirna – quer durch das Hochland bis nach Weißig. Nach nur 43 Jahren endete die Ära der Bahn jedoch abrupt: 1951 wurde sie komplett abgebaut, um Schienen und Oberbaumaterial für den Bau des Berliner Außenrings zu gewinnen. Diese kurze Lebensdauer macht die Strecke heute zu einem besonderen Kapitel der sächsischen Eisenbahngeschichte. [1]
Die Anbindung an die Landeshauptstadt
Für die Mobilität der Menschen vor Ort war Weißig bis zum Jahr 1949 ein zentraler Knotenpunkt, da hier Anschluss an die Dresdner Straßenbahnlinie 11 bestand. Diese Verbindung war für die Bewohner von Weißig, Dittersbach und dem gesamten Hochland unverzichtbar. Sie ermöglichte Pendlern eine schnelle, bequeme Fahrt nach Dresden und sicherte den Zugang zu städtischen Angeboten, Schulen und Arbeitsplätzen. [1]
Fahrzeuge und Bahnbetrieb
Auf der Strecke waren unter anderem sächsische Triebwagen der Gattung VT (Baureihe 89.2) im Einsatz. Später prägten auch preußische T9.3-Dampflokomotiven das Bild, die im Lokbahnhof Dürrröhrsdorf beheimatet waren. Nach der Eröffnung erlebten die Dörfer des Hochlands durch die Bahn einen spürbaren wirtschaftlichen Aufschwung. Der eigentliche Fahrplan blieb über die Jahre hinweg dennoch überschaubar: Täglich verkehrten meist nur fünf bis sechs Zugpaare, die als gemischte Züge sowohl Passagiere als auch Güter transportierten. [1]
Unvollendete Pläne und das Ende einer Ära
In den 1930er-Jahren gab es Überlegungen, die Schienenwege zu erweitern. Die Trasse sollte verlängert werden und durch die Dresdner Heide entlang des Prießnitztals führen. Dieses Vorhaben wurde jedoch nie realisiert, obwohl es den Ausflugs- und Tourismusverkehr in das beliebte Erholungsgebiet massiv gefördert hätte. [1]
Als der Bahnbetrieb schließlich eingestellt und die Gleise demontiert wurden, traf dies die Region hart. Für viele Gemeinden verschlechterte sich die Verkehrsanbindung schlagartig, was den Alltag der Pendler und die lokale Versorgung über Jahre hinweg vor große Probleme stellte.
Hier sind die wichtigsten Fakten der Strecke als übersichtliche Stichpunkte:
- Betriebszeitraum: Eröffnung im Jahr 1908, komplette Demontage und Stilllegung bereits 1951 nach nur 43 Jahren.
- Streckenverlauf: Regelspurige Nebenbahn zwischen dem Eisenbahnknoten Dürrröhrsdorf (nördlich von Pirna) und Dresden-Weißig quer durch das Schönfelder Hochland.
- Planungshürden: Erste Ideen entstanden ab 1880; 1893 war wegen der starken Steigungen aus dem Elbtal zunächst eine schmalspurige Meterspurbahn im Gespräch.
- Verkehr & Fuhrpark: Täglich nur 5 bis 6 gemischte Zugpaare (Personen und Güter); Einsatz von sächsischen VT-Triebwagen und preußischen T9.3-Dampflokomotiven.
- Dresden-Anbindung: Bis 1949 bot der Endbahnhof Weißig Anschluss an die Dresdner Straßenbahnlinie 11 – ein extrem wichtiger Zubringer für Pendler.
- Wirtschaft & Tourismus: Die Bahn brachte den Hochlanddörfern einen wirtschaftlichen Aufschwung; Pläne aus den 1930er-Jahren für eine touristische Verlängerung durch die Dresdner Heide wurden nie umgesetzt.
- Grund für das Ende: Der Abbau der Gleise im Jahr 1951 erfolgte rein zur Materialgewinnung (Oberbau) für den Bau des Berliner Außenrings.
- Folgen: Die abrupte Stilllegung verschlechterte die Verkehrsanbindung und die Versorgung der betroffenen Gemeinden massiv.
Fahrplan
Der originale Fahrplan aus dem Amtlichen Kursbuch der Deutschen Reichsbahn (Sommer 1950) verzeichnete für die Kursbuchstrecke 165b (Dürrröhrsdorf – Weißig-Bühlau) täglich nur noch drei Zugpaare.
Die Züge verkehrten als „Zug mit Personenbeförderung und Güterbeförderung“ (GmP), was die langen Fahrzeiten und den Aufenthalt an den Stationen erklärt. [1]
Kursbuchstrecke 165b (Sommerfahrplan 1950)
Hier sind die exakten Abfahrts- und Ankunftszeiten der fahrplanmäßigen Züge direkt aus der historischen Tabelle rekonstruiert:
Richtung: Dürrröhrsdorf → Weißig-Bühlau [2]
| Station / Haltepunkt | Zug 3202 (Morgens) | Zug 3204 (Mittags) | Zug 3206 (Abends) |
| Dürrröhrsdorf | ab 05:42 | ab 12:20 | ab 17:55 |
| Porschendorf | ab 05:49 | ab 12:27 | ab 18:02 |
| Eschdorf | ab 06:01 | ab 12:39 | ab 18:14 |
| Schullwitz-Eschdorf | ab 06:08 | ab 12:46 | ab 18:21 |
| Schönfeld (b Dresden) | ab 06:14 | ab 12:52 | ab 18:27 |
| Cunnersdorf (b Dresden) | ab 06:18 | ab 12:56 | ab 18:31 |
| Weißig-Bühlau | an 06:22 | an 13:00 | an 18:35 |
Richtung: Weißig-Bühlau → Dürrröhrsdorf [2]
| Station / Haltepunkt | Zug 3201 (Morgens) | Zug 3203 (Mittags) | Zug 3205 (Abends) |
| Weißig-Bühlau | ab 06:40 | ab 13:40 | ab 19:05 |
| Cunnersdorf (b Dresden) | ab 06:45 | ab 13:45 | ab 19:10 |
| Schönfeld (b Dresden) | ab 06:50 | ab 13:50 | ab 19:15 |
| Schullwitz-Eschdorf | ab 06:57 | ab 13:57 | ab 19:22 |
| Eschdorf | ab 07:03 | ab 14:03 | ab 19:28 |
| Porschendorf | ab 07:14 | ab 14:14 | ab 19:39 |
| Dürrröhrsdorf | an 07:20 | an 14:20 | an 19:45 |
Besonderheiten im Kursbuch von 1950
* Anschluss nach Dresden: In Weißig-Bühlau bestand am Bahnhof kein direkter Schienenanschluss mehr an die Dresdner Straßenbahn, da diese Verbindung (die alte Außenbahn) kurz zuvor im Jahr 1949 auf Oberleitungsbus-Betrieb umgestellt wurde. [3, 4]
* Güterverkehr: Die Züge 3203 und 3204 hatten fahrplanmäßig längere Aufenthalte an den Zwischenbahnhöfen (insbesondere Schullwitz-Eschdorf und Porschendorf) eingeplant, um dort Güterwagen für die lokalen landwirtschaftlichen Betriebe zu rangieren.
* Werktags vs. Sonntags: Die Züge verkehrten laut den damaligen Bestimmungen „an allen Werktagen“. An Sonntagen ruhte der Personenverkehr auf dieser Strecke in ihren letzten Monaten fast vollständig. [5]
Quellen: www.presskurier.de ; bahnundbuch.de ; www.stadtwikidd.de+1 ; Die Nebenbahn Dürrröhrsdorf – Weißig-Bühlau – Wunderwald Bahnbücher Shop ; Bimmelbahn-Forum ; Bahnstrecke Dürrröhrsdorf–Weißig – Wikipedia ; Wikipedia+1 ; bahntrassenradeln.de ; dresden.de ; wikipedia.org ;

































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